Deine Brand vom Start weg aufbauen

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Eine Marke zu kreieren ist kein leichter Weg, es lohnt sich dennoch diesen zu gehen. Am einfachsten ist es, wenn du von Beginn an ausschließlich authentisch bleibst und dich nicht verbiegst. So bekommst du automatisch deine Zielgruppe, die zu dir passt. Etwas komplexer wird es, wenn du eine Wunschzielgruppe hast, die dich in eine Grauzone deiner Authentizität drängt. Hier musst du einen roten Faden haben, um nicht in eine Unglaubwürdigkeitsschiene zu gelangen. Die “alten” Brands haben heute vermehrt mit Problemen zu kämpfen, die sie selbst in der Vergangenheit gesät haben. Die tollen Dinge von Gestern holen diese Brands nun ein und offenbaren sich als schädliche Informationen. Daher sind diese Brands viel mit Schadensbegrenzung beschäftigt, weil sie sich nicht die Blöße geben wollen oder können, zu ihren Fehlern zu stehen. Das brauchst du dir nicht zu geben, wenn du es gleich von Beginn an richtig machst. Im Folgenden geht es um drei möglich Formen einer Brand.

Die automatische Brand

Fakt ist erstmal, dass die Menschen sich nicht für dein Produkt interessieren, denn das gibt es zu 99% einen Klick weiter ebenfalls. Es geht um den viel erwähnten Nasenfaktor. Es ist wie in jeder guten Beziehung, man muss sich riechen können. Nun ist zumindest im Onlinebereich das Riechen nur selten möglich. Also müssen andere Emotionen transportiert werden, denn diese erreichen deine Zielgruppe automatisch.
Hierbei sind die besten Emotionen deine eigenen, denn sobald es keinen Match deiner Emotionen mit den Emotionen der Zielgruppe gibt, versiegt fast jede Bemühung etwas zu erreichen.

Betrachte deine Kunden nicht als schnöden Kunden und behaupte dann, dass der Kunde bei dir König ist. Das widerspricht sich, da ein Kunde nur etwas kaufen soll und keine Freundschaft angestrebt wird. Einem König zu dienen würde dazu bedeuten nach seinen Regeln zu spielen. Beides ist geschäftlicher Selbstmord auf Raten. Du solltest ein echtes Interesse an deinen Kunden haben, wie du es an deinen Freunden hast, denn ohne deine Kunden hast du kein Geschäft.

Um hier nicht in eine Schieflage zu geraten bietet sich die, ich nenne sie mal “automatische Brand” an. Es ist eine Marke, die komplett authentisch ist und dabei von ganz allein und wie durch Geisterhand entsteht. Sei ehrlich, stehe hinter deinem Produkt und trage deine Begeisterung nach Außen. So easy kann es sein, wenn du an einer langfristigen Kundenbindung ohne täglichen Spießroutenlauf interessiert bist.

Die künstliche Brand

Ungleich schwerer ist es, deinen Kunden zu verkaufen, dass du zu 100% der bist, der du vorgibst zu sein, obwohl du es nicht bist. Hierbei wird ein Konstrukt aus “Halbwahrheiten” erfunden und so aufgearbeitet, dass es zu einem Profil wird. Dieses künstlich geschaffene Profil muss nun dein Profil werden, du musst es jede Sekunde leben, damit hintergehst du dich selbst und betrügst vom Start weg deine Kunden. Selbstverständlich funktioniert das und es wird auch Kunden geben, die dir auf den Leim gehen. Das Problem ist, dass du zu einem notorischen Schwindler heranreifst.

Das Risiko ist hier extrem groß damit aufzufliegen und zu kentern. Nicht selten löst dieses Verhalten Stress aus und es fragt sich wie abgebrüht du bist, um das auszuhalten. Daher rate ich dir hiervon definitiv ab.

Die ehrliche Brand

Diese Form ist der automatischen Brand sehr ähnlich. Kleine Unterschiede gibt es dann doch, sonst bräuchte ich das hier nicht zu schreiben.
Der größte und damit wichtigste Unterschied ist, dass du im Gegensatz zu einer automatischen Brand, zwar bei der Wahrheit bleibst, dabei aber die schwarzen Flecken weglässt oder ins Positive kehrst.
Moment, ist das nicht Schwindeln und eine künstliche Brand? Nein, das ist nicht der Fall. Genauso wie du deinen Eltern nicht alles erzählt hast, hältst du es hier. Du verbiegst dich nicht, du lässt nur etwas weg und fügst in keinem Fall etwas Künstliches hinzu.

Das Ganze kratzt nicht an deiner Authentizität und lässt dich nicht Gefahr laufen, dich zu verbiegen. Es ist auch heute nicht notwendig zu 100% transparent zu sein und warum soll dies nur für den privaten Bereich gelten? Wir leben ja schließlich nur ein Leben und wenn ich hier für mich sprechen darf, ist dies nur schwer in Arbeit und Privat zu teilen. Als Unternehmer lebt man ein Unternehmerleben und zwar jede Sekunde des Tages. Das widerspricht keineswegs dem Erholungsgedanken, nur finde ich, dass die so hochgelobte Work Life Balance rein theoretischer Natur und Wunschdenken ist. Unser Gehirn ist schlichtweg nicht in der Lage sich in einen Arbeitsbereich und einen Privatbereich zu teilen.

Somit wird deutlich, dass du viel Privates für deine Kunden geben musst, damit sie dich einschätzen und kennenlernen können. Das Zauberwort hier ist Storytelling. Was wäre das Leben ohne gute Geschichten. Im unternehmerischen Sinne gilt es hier eben auszuschmücken und Emotionen zu transferieren. Es ist wie eine Geschichte in einem guten Buch, du musst den Gegenüber mitnehmen, dass er in deine Welt eintauchen kann.

Fazit

Bleib immer ehrlich, erzähl nicht alles und versuch gar nicht erst Menschen über einen langen Zeitraum hinters Licht zu führen. Diesem unternehmerischen Rufmord auf Raten möchtest du niemals ausgesetzt sein, es sei denn du liebst Shitstorms als Betroffener, dann lass dich nicht aufhalten. Frei nach dem Motto: “Ist der Ruf erstmal ruiniert, lebt es sich völlig ungeniert”. Das ist nicht mein Motto, weder als Unternehmer, noch als Kunde.

Es ist immer besser, langfristig zu denken und sich nicht mit den falschen Menschen herumzuärgern. Du kannst und wirst es nie jedem recht machen und längst nicht jeder weiß dich als Person zu schätzen. Deine Produkte teilen dasselbe Schicksal.

Damit du mehr Zeit hast, über deine Brand nachzudenken, halte ich diesen Beitrag bewusst kurz. Übrigens graue Haare kommen nicht vom Denken oder von den Sorgen, sie haben eine natürliche Ursache und die schönsten Falten sind nun mal Lachfalten. Also lerne über dich zu lachen, dass ist eine der wichtigsten Voraussetzungen für ein glückliches Unternehmerleben.